Queen Games Presse Event 2018

In einem kleinen Vereinsheim in Bonn wurden uns die Herbstneuheiten von Queen Games vorgestellt inklusive wunderbar indischem Mittagessen vom Chef persönlich. Dies war das zweite Mal, dass zu einem kleinen Pressevent eingeladen wurde. Sagte ich klein? Stolze 32 Leute aus der Bloggerszene waren anwesend und ließen sich von den Erklärbärinnen und Bären nach Frankreich zur Zeit der Französischen Revolution, auf die hohen Inseln im Königreich von Skylands oder als Boss eines Franchise Unternehmens entführen.

Franchise

Wir übernehmen eine Burger- Wäscherei- oder Imbisskette und versuchen ein florierendes Franchise Unternehmen zu führen. Dazu verteilen wir unsere Filialen quer über das Amerika der 50iger um dabei möglichst viele Einnahmen zu generieren, denn nur mit Kohle lassen sich weitere Zweitfilialen eröffnen. Außerdem kostet uns jede Reise in eine andere Stadt mehr Geld, je nachdem wie hochwertig die Straße ist, auf der sich unser Pöppel bewegt. Der Kiesweg kostet nix, die 4 spurige Autobahn schlägt schon mit 8 $ zu buche. Wenn man bedenkt, dass man pro Runde im Durschnitt zwischen 3$ – 4$ generiert, ist das eine teure Angelegenheit. Aber in den Großstätten können sich auch die anderen Unternehmer ausbreiten, was dann natürlich unseren Gewinn schmälert, den wir zum Beginn unsere Runde bekommen. So gilt es, sich taktisch auf der Karte auszubreiten. Punkten können wir nämlich nur, wenn eine Großstadt komplett mit Filialen gefüllt ist oder eine Region komplett bebaut ist. In beiden Fällen gewinnt derjenige die Punkte, der die Mehrheit besitzt.

Franchise ist eine Neuauflage von Pfeffersäcke aus dem Jahr 1998, welches ich allerdings nicht gespielt habe. Laut Bildern sieht das Spielbrett ähnlich aus, liegt thematisch aber in einer anderen Ecke. Der Artstyle hat glaube ich nicht jedem gefallen auf dem Event, ich fand ihn allerdings in Ordnung. Die Straßen sind etwas unübersichtlich und bilden in der Mitte einen Mischmasch aus Farben, als hätte man verschiedenfarbige Wolle ineinander verknotet. ABER: Ich will es tatsächlich noch mal spielen. Ich habe während des Matches gemerkt, dass es noch einige Taktiken gibt, die ich gerne ausprobiert hätte. Hat mir also sehr gut gefallen.

Skylands

Das Königreich Skylands ist auseinander gebrochen und wir versuchen in Carcasonne Marnier die Inselstücke wieder zusammen zu legen. Wir können diese dann bevölkern, damit wir mit den drei verschiedenen Völkern entweder Punkte kassieren oder Spezialinseln kaufen, die uns spezielle Fertigkeiten bringen. Wir versetzen zu Rundenbeginn unseren Pöppel auf einen der vier Aktionsfelder. Ähnlich wie bei Puerto Rico führen die Aktion nicht alleine aus, sondern jeder profitiert von der Auswahl. Allerdins habe ich als aktiver Spieler Vorteile. Bei der Aktion „Inseln besiedeln“ darf ich als aktiver Spieler zwei Inseln voll machen, die anderen Spieler nur eine. Möchte ich eine Insel kaufen, so kann ich diese günstiger erwerben oder will ich meine Magier in die Stadt schicken um Punkte zu kassieren bekomme ich ein paar extra.

Skylands lässt sich wahrscheinlich wunderbar als Nachfolger für Gatewayspiele nutzen. Allerdings würde ich wahrscheinlich eher zu anderen Spielen greifen, denn Skylands lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Mit nur ca. 30 Minuten Spielzeit, aber 5 Möglichkeiten Punkte zu machen und sogar einem Wertungsblock, den man eher bei Kennerspielen findet, bekommt man das Gefühl, dass Skylands eigentlich mehr sein möchte als nur ein Gatewayspiel. Hinzu kommt, dass dies das thematisch schwächste Spiel aus den drei Neuheiten ist. Die Illustration im Stile des Films Avatar sagte mir jetzt nicht so zu.

Bastille

Wir befinden uns im Jahr 1789 und setzen den Startschuss für die Französische Revolution. Bauern und Soldaten sollen bewaffnet werden mit Gewehren, Schwertern oder richtigen Waffen, die in keiner Belagerung fehlen dürfen: Fackeln und Mistgabeln.

Bastille ist ein Worker-Placement Spiel, in dem wir unsere drei Wappen auf den 7 Aktionsfeldern verteilen. Wer nach dem Platzieren als erster die Aktion ausführen darf, hängt von der Stärke der drei Wappen ab. Wer eine höhere Zahl hat beginnt, sollten alle gleich stark sein, so darf der anfangen, der die Aktion als erstes besetzt hat. Und so versuchen wir Kohle in die Kasse zu spülen, weitere Freiwillige für unsere Privatarmee anzuheuern und weiter in der Bastille voran zu kommen. Punkte erhalten wir am Ende für unsere Handlanger aber auch für Punkte Karten die bestimmten Sets oder Mehrheiten vorraussetzen. Hat man also z.B. die Bauern mit den Kosten 3,4 und 5 oder die Mehrheit an Kronen auf seinen Gehilfen, kann man sich über wichtige kriegsentscheidende Extra Punkte freuen.

Ich habe selten so ein schnelles Kennerspiel gespielt. Hätten wir ein zweites Spiel gemacht, dann wären wir mit Sicherheit in 30 Minuten durch gewesen. Bastille lässt sich mit Sicherheit gut nutzen um Gelegenheitspieler so langsam an das Thema Kennerspiel heranzuführen. Ob es allerdings dort seinen Stand behalten kann, kann ich jetzt noch nicht beurteilen.